Salzburg Social Forum

27. März 2006

Unser Selbstverständnis

Abgelegt unter: Uncategorized — office @ 11:11 am

1.

Nach einem umfassenden Meinungsbildungsprozess haben zahlreiche Persönlichkeiten aus unterschiedlichen politischen und kulturellen Zusammenhängen am 13. März 2002 im Rahmen eines Arbeitsplenums in der Salzburger Arbeiterkammer unter dem Titel “Eine andere Welt ist möglich” Grundlagen für die Veranstaltung und Organisation einer Demonstration gegen das damals bevorstehende Treffen des WEF, sowie inhaltlicher und kultureller Begleitveranstaltungen vereinbart.

Diese Plattform fand bei vielen Initiativen, Gruppen und Organisationen, darunter aus dem kirchlichen, entwicklungspolitischen und gewerkschaftlichen Bereich positive Aufnahme und Unterstützung. Getragen von der Breite und den Ergebnissen des Treffens von Porto Alegre wurde auch beschlossen, als konkreten Beitrag zur Verbreiterung der Bewegung und als Impuls für eine möglichst gutes Gelingen der beschlossenen Aktionen das salzburgsocialforum zu initiieren.

Mit dieser Initiative ist weder ein Monopolanspruch innerhalb der globalisierungskritischen Bewegung, noch die Absicht verbunden, Persönlichkeiten oder Organisationen auszuschließen oder ihre eigenständigen Beiträge abzuwerten. Auch die bereits allgemein erkannte Notwendigkeit, die Debatte über Inhalte und Schwerpunkte der Bewegung voranzubringen und prinzipiell offen zu gestalten, soll dadurch keinesfalls behindert werden.

2.

Die bisherige Unterstützung des Aufrufes “Eine andere Welt ist möglich - Für globale Gerechtigkeit - Nein zur Politik des WEF”, in dem unter anderem zu gewaltfreiem Protest aufgerufen wird, hat uns davon überzeugt, dass eine öffentliche gewaltfreie Manifestation der Anliegen der globalisierungskritischen Bewegung möglich sein wird.

In diesem Sinn besteht unsere feste Absicht, die geplanten Aktivitäten (Demonstration, Kulturaktionen, inhaltliche Veranstaltungen) gemeinsam mit jenen durchzuführen, die diesen Aufruf bis dato unterstützt haben und noch unterstützen werden. Fehlt diese Unterstützung, würde der globalisierungskritischen Bewegung insgesamt eine unverzichtbare Möglichkeit eine breitestmögliche Öffentlichkeit für ihre Anliegen zu erreichen genommen werden, obgleich die erfolgreichen Aktionen von Seattle, Porto Alegre und Barcelona bereits das Gegenteil bewiesen haben. Gerade diese Beispiele zeigen, dass die gewaltfreie Wahrnehmung des Rechtes auf Demonstrations - und Versammlungsfreiheit für den Fortschritt der Bewegung unverzichtbar ist.

3.

Der derzeitige Entwicklungsstand, die aktuelle Notwendigkeit, die ganze Breite der Bewegung zu entfalten und die Hauptziele des salzburgsocialforum (Entschuldung der armen Länder, Globalisierung sozialer Standards, Gleichberechtigung der Geschlechter und Selbstbestimmung der Frauen auf der ganzen Welt, Schutz der natürlichen Umwelt, strikte Gewaltfreiheit in den internationalen Beziehungen) lassen es notwendig erscheinen, das salzburgsocialforum als ein dynamisches Bündnis zu begreifen, in dem sich unterschiedliche, wenngleich im Hinblick auf die Verwirklichung dieser Ziele hin konvergierende, Interessen verwirklichen sollen.

Im Sinn einer “Work in Progress” sollte sich das Forum bei der Entwicklung seiner Struktur davon leiten lassen, die ganze Vielfalt und - im Hinblick auf die gemeinsamen Ziele - Konvergenz der Träger dieses Bündnisses (Persönlichkeiten, Initiativen, Parteien, Gewerkschaften) zu entfalten, um sowohl den Widerstand gegen die herrschende Form der Globalisierung voranzubringen, als auch die inhaltliche Debatte darüber zu intensivieren und weiterzuentwickeln.

Das salzburgsocialforum ist daher weder eine Dachorganisation für bestehende Initiativen, noch ein bloßer Rahmen differenter Partei-, Gruppen-, oder Individualinteressen

4.

Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Verteidigung der und Kampf für soziale, politische und kulturelle Menschenrechte, Schutz der natürlichen Umwelt, Gleichberechtigung der Geschlechter und Selbstbestimmung der Frauen sind selbstverständliche Grundlage und Orientierung für das politische Handeln des Salzburg Social Forums. Es versteht sich als parteiunabhängiges und konfessionsungebundenes Bündnis, das zugleich offen ist für die Initiative und Mitarbeit parteipolitisch, konfessionell oder gewerkschaftlich organisierter Frauen und Männer, die in gleicher Weise wie die vielen aktiven Einzelpersönlichkeiten ein unverzichtbarer Teil des salzburgsocialforum sind und auch in Zukunft sein werden.

Keine Kommentare »

Keine Kommentare bis jetzt.

RSS Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI

Einen Kommentar hinterlassen

You must be logged in to post a comment.

läuft stressfrei mit WordPress ( WP.de )